Bundesweite Unterschriftenaktion

 Sofort volle Haftpflichtversicherung
 für die deutschen Atomkraftwerke!

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Freitag, 3.9.2010

 

TRÄGERKREIS

IPPNW

Die Kampagne wird getragen von der Ärzteorganisation IPPNW, der Neuen Richtervereinigung NRV, dem Bund Naturschutz in Bayern und dem BUND.

 

AKTUELLES
 

Schäden von bislang 2 Milliarden Euro
Ölpest im Golf von Mexiko

wiki commons Ähnlich arrogant wie die Atomindustrie hatte der Ölmulti BP vor dem Versinken der Ölbohrplattform Deepwater Horizon erklärt, man habe die Ölbohrungen im Golf von Mexiko in rund 1500 Metern Wassertiefe technisch im Griff. Dann, am 22. April 2010, zwei Tage nach einer Explosion, bei der elf Menschen starben, versank die Ölplattform im Meer. Aus dem Bohrloch austretendes Öl verursacht seitdem eine Ölpest im Golf von Mexiko, welche zur schwersten Umweltkatastrophe dieser Art in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika führte. Laut Berechnungen von BP und einer Konzernveröffentlichung vom 25. Juni 2010 betrugen die bis dahin angelaufenen Kosten der Ölpest bereits knapp 2 Mrd. Euro (2,35 Mrd. US-$).

Das sind Peanuts im Vergleich zu den Schäden im Falle einer Atomkatastrophe. Eine Studie der Bundesregierung kam zu dem Ergebnis, dass bei einem schweren Kernschmelzunfall in einem deutschen Atomkraftwerk mit Schäden von bis zu 5500 Milliarden Euro zu rechnen wäre. Das Forum ökologische Sozialwirtschaft errechnete sogar Schäden von mehr als 11.000 Milliarden Euro. Gerade stehen müssen die Atomkraftwerksbetreiber aber für lediglich 2,5 Milliarden Euro. Das heißt, dass die Bevölkerung nicht nur gesundheitlich, sondern auch finanziell das volle Risiko eines Atomunfalls trägt.

Daher: Jetzt online für eine volle Atom-Haftpflichtversicherung unterschreiben!


 

Gegen unseren Willen
Bundesregierung plant Laufzeitverlängerungen

Gegen den Willen der Bevölkerung plant die Bundesregierung Laufzeitverlängerungen für die veralteten deutschen Atomkraftwerke. Das ist sicherheitstechnisch nicht verantwortbar und energiewirtschaftlich schädlich, weil die Stromnetze dringend "freigemacht" werden müssen für Strom aus erneuerbaren Energien. Doch der Bundesregierung geht es lediglich darum, den finanziellen Interessen der großen Atomkonzerne zu dienen. Energiepolitische Vernunft und verantwortliches Handeln im Interesse der Bevölkerung spielen bei dieser Entscheidung keinerlei Rolle. In den alternden deutschen Atomkraftwerken kommt es regelmäßig zu kleineren Lecks in Rohrleitungen. Das ist ausgesprochen gefährlich, weil so genannte "Kleine Lecks" an der "richtigen Stelle" in einem Atomkraftwerk mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Super-GAU führen. Das sagen übereinstimmend alle offiziellen Risikostudien der deutschen Atomaufsichtsbehörden.
Weitere Informationen dazu: Alt-Atomkraftwerke müssen wegen Rissen sofort vom Netz!
Mehr zu den geplanten Laufzeitverlängerungen: www.ippnw.de/atomenergie


 

Norbert Blüm
Vier ehemalige Bundesminister

Vier ehemalige Bundesminister ziehen öffentlich ihre Konsequenzen aus der Katastrophe von Tschernobyl. Sie unterstützen die Forderung nach einer vollen Haftpflichtversicherung für Atomkraftwerke. Dr. Norbert Blüm (CDU), langjähriges Kabinettsmitglied der Regierung Kohl unterzeichnete die Forderung auf dem Deutschen Katholikentag. Auf Seiten der SPD sehen Prof. Egon Bahr und Erhard Eppler die Notwendigkeit für eine andere Atompolitik der Bundesregierung. Auch Oskar Lafontaine, einst Bundesfinanzminister und Vorsitzender der SPD, später Vorsitzender der Linke verlangt, dass die Privilegien der Atomindustrie beendet werden.
Jetzt online unterschreiben!
Weitere prominente Unterzeichner


 

Wissenschaft
300 Professor/innen

Die Unterschriftenaktion wird bislang von über 300 Professorinnen und Professoren unterstützt. Darunter Prof. Dr. Ulrich Beck, Prof. Dr. Hans-Peter Dürr, Prof. Dr. E.U. Simonis, Prof. Dr. Wolfgang Däubler, Prof. Dr. Horst-Eberhard Richter und Prof. Dr. Horst Kuni.

 

Die Wirtschaft
Hoteliers für Atomhaftpflicht

Über fünf Dutzend Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem ganzen Bundesgebiet stellen sich hinter die Forderung nach einer vollen Haftpflichtversicherung für Atomkraftwerke. Außerdem unterstützen bereits über 30 Hotels und eine große Hotelkette den Aufruf. Hintergrund: Das in den Immobilien gebundene Vermögen der Hotels wäre nach einem Super-GAU unwiederbringlich verloren.

 

Gute Medienresonanz
Über 80 Presseberichte

Allein in den Printmedien gab bereits über 80 Presseberichte zu dieser Unterschriftenaktion. Hinzu kommen zahlreiche Berichte und Interviews in Radiosendern und einige TV-Berichte.

 

 

 

DER AUFRUF

Wer trägt das Risiko eines Atomunfalls? Sie!

Bei einem Atomunfall ist Ihre Gesundheit in höchstem Maße gefährdet. Weil die Betreibergesellschaften absolut unzureichend gegen eine Atomkatastrophe versichert sind, tragen Sie als Bürger dieses Landes auch das volle wirtschaftliche Risiko für alle Folgeschäden selbst:

- Verstrahlung und Verlust von Hab und Gut, von Ihrer Wohnung, von Haus- und Grundbesitz

- Untergang von Betrieben, Verlust Ihres Arbeitsplatzes

- Ganze Regionen werden unbewohnbar

Der Gesetzgeber verlangt für den Fall einer Katastrophe in einem Atomkraftwerk lediglich eine Schadensdeckung bis zu 2,5 Milliarden Euro. Aber dieser Betrag deckt weniger als 0,1% der möglichen Sach- und Vermögensschäden ab. Die Betreiber sind also gegen einen Großschaden total unterversichert und gehen im Fall einer Atomkatastrophe sofort in Konkurs.

Das volle Risiko eines Atomunfalls tragen Sie, nicht der Betreiber des Atomkraftwerks!

Dass Menschen und deutsche Spitzentechnologie versagen können, hat u.a. die ICE-Katastrophe von Eschede gezeigt. Für jedes Auto und jeden Betrieb müssen mögliche Sach- und Personenschäden durch eine Haftpflichtversicherung voll abgedeckt werden. Warum gilt das nicht für Atomkraftwerke?

Wie groß das Risiko tatsächlich ist, weiß man seit der Tschernobyl-Katastrophe: Die Fläche dauerhafter Evakuierung kann 10.000 km2 groß sein und mehr als 200 km weit reichen. Bei der dichten Besiedlung unseres Landes sind dann mehrere Millionen Bürger betroffen; sogar die notwendige ärztliche Versorgung wäre ungewiß.

Deshalb richten wir an den Deutschen Bundestag und die Bundesregierung die Forderung, unverzüglich als Risikovorsorge für den Betrieb von Atomkraftwerken eine Betriebshaftpflichtversicherung mit unbegrenzter Deckung für alle Gesundheits-, Sach- und Vermögensschäden vorzuschreiben.

Jetzt online unterschreiben!